Freitag, 19. September 2014

Kleiner Barmstein

Melanie und ich waren fest entschlossen ein paar Tage in den Bergen zu verbringen. Daher suchten wir im weiteren Umfeld das schöne Wetter und unser erster Stopp führte uns nach Salzburg. Heute packten wir noch unsere Sachen und kamen daher erst am Nachmittag los. Nach der sonnigen Anreise hielt das gute Wetter glücklicherweise auch noch beim Losgehen. In der Kurve an der Dürnberg-Landesstraße standen schon einige Autos die wohl auch den schönen Tag noch nutzen wollten. Flotten Schrittes gingen wir los und ließen bald die Ruine Thürndl hinter uns. Bevor wir zum Einstieg des Südgrates des Kleinen Barmsteins kamen, überschritten wir auch noch den Felsmugel südlich davon. Die Kraxelei war sowohl am Südgrat als auch auf dem vorgelagerten Felsmugel sehr nett und abwechslungsreich mit kompaktem, teilweise etwas speckigem Fels.
Am Gipfel genossen wir noch kurz den traumhaften Blick und machten uns dann bald an den Abstieg über den Normalweg. Schließlich erwarteten meine Eltern uns Zuhause schon mit der Schwammerlsoße mit Knödeln.
Auch wenn es nur eine kurze Tour war, für zwischen durch, wenn man nicht viel Zeit hat, eignet sie sich hervorragend.

Mittwoch, 17. September 2014

Gesäuseüberschreitung

Meine Gesäuseakkus hatten bereits einen gefährlich tiefen Ladestand, einziges Heilmittel dagegen: endlich mal wieder eine ordentliche Portion Gesäuseluft schnuppern. Um das zu tun brachen Alex und ich heute um 3 Uhr in der Früh auf und fuhren nach Johnsbach. Auf dem Weg luden wir die Fahrräder an der Kummerbrücke ab und starteten kurz vor 5 Uhr los Richtung Kirchengrat. Nach einem kurzen Vergeher vor der Abzweigung von der Forststraße, kamen wir gut voran. Bald ließen wir die Rinnen, die zum Kleinen Ödstein führen, hinter uns und ein wenig Kraxelei später standen wir auf dem Großen Ödstein. Durch den relativ starken und kalten Wind genossen wir nur kurz die wärmenden Sonnenstrahlen am Gipfel und machten uns konzentriert und fokusiert an die Schlüsselpassage der Tour vom Ödstein zum Abseilturm. Das Abklettern lief problemlos, hinauf nahm ich eine nicht ganz ideale Linie und Alex überholte mich auf dem Originalweg. Das noch im Schatten liegende Stahlseil am Ende der Passage war kalt und so rieben wir uns oben angekommen die Hände in der Sonne, um sie wieder aufzutauen. Der schwerste Abschnitt lag nun hinter uns und ich spürte ein wenig Erleichterung in mir hochkommen. Bevor wir weiter Richtung Festkogel gingen, machte mich Alex auf einen wunderschönen Lichteffekt aufmerksam, einen sogenannten Halo. Das Foto wird ihm leider nicht ganz gerecht, in echt war es noch viel schöner.
Am Festkogel wurde kurz gejausent und weiter ging es auf dem Weg zum Hochtor. Der gesamte Steig vom Ödstein zum Hochtor sowie der Kirchengrat war an vereinzelten Stellen mit roten Farbklecksen und Steinmännern markiert. Die gut gemachten und unaufdringlichen Markierungen leiten an den wichtigsten Stellen in die richtige Richtung, ein wenig gespür für die Wegfindung benötigt man trotzdem. Am Hochtor verabschiedeten wir uns von Stefan, einem Einheimischer der uns am Ödstein eingeholt hatte. Da er zum Mittagessen wieder Zuhause sein wollte, stieg er über den Schneelochsteig nach Johnsbach ab. Wir hingegen machten uns auf den Weg zu unserem letzten Gipfel des Tages, der Planspitze. Der reichlich und relativ neu markierte Abstieg vom Hochtor machte uns keine Probleme. Nachdem wir Dachl, Rosskuppe und Peternscharte, und damit auch die letzten Schwierigkeiten, hinter uns gelassen hatten, schnauften wir noch den letzten Ansteig auf die Planspitze hinauf. Beim Abstieg suchten wir ein windschattiges Plätzchen für eine Mittagspause, was heute gar nicht so leicht war. Wir begnügten uns dann mit einem sonnigen und nicht so schlimm windigen Jausenplatz und genossen unser Mittagsmahl. Gestärkt wanderten wir über den Wasserfallweg zur Kummerbrücke, wo schon unsere Fahrräder auf uns warteten. Beim Radfahren ging es mir besser als befürchtet und so kamen wir relativ rasch zurück zum Auto.
Großartige Tour in großartiger Landschaft, aber nichts andere erwarte ich mir vom Gesäuse ;-)

Sonntag, 7. September 2014

Fölzstein

Es herbstelt und der Tiefnebel zieht durchs Land, zudem war das Wetter für heute nicht so schlecht angesagt. Grund genug für Melanie und mich endlich Mal wieder an die frische Luft zu kommen. Bei der Gelegenheit konnten wir auch Melanies neue Wanderschuhe einweihen. Los ging es vom relativ leeren Parkplatz im Fölzgraben durch die Fölzklamm zur Fölzalm. Kurz vor der Alm kamen wir aus dem Hochnebel heraus und staunten über den traumhaften Ausblick auf das Nebelmeer und die wenigen Hügel und Spitzen die sich daraus hervorhoben. Einige weitere schweißtreibende Höhenmeter und einen kurzen Grat, den wir nicht links liegen lassen konnten, später, standen wir auf dem Fölzstein.
Die Sonne lachte uns an und wir genossen unsere Gipfeljause bis auf den letzten Biss. Da die Bergdolen nur über uns hinweg flogen, kamen wir nicht in Versuchung die Jause zu teilen. Zurück ging es über den Waschenriegel, einem sehr markant geformten Grasrücken, in den Höllgraben. Beim Anblick der schroffen, teilweise aus dem Nebel ragenden Felszacken auf der Westseite des Waschenriegels, juckte es mich schon wieder ganz schön in den Fingern. Nachdem die Alpinklettersaison heuer wetter- und krankheits- bzw. verletzungsbedingt ausgefallen ist hoffe ich auf einen erfolgreicheren Sommer im nächsten Jahr.
Im Höllgraben suchten wir hin und wieder den etwas verwachsenen, aber insgesamt sehr schönen Wanderweg. Nach ein paar weiteren, großteils sehr gut angelegten Wanderweg-Höhenmetern im Mitterbachgraben (hin und wieder waren kleinere, kaum störende Erosionsschäden vorhandene), landeten wir wieder im Fölzgraben. Zurück beim Auto gönnten wir uns noch eine Runde kneipen und fuhren erfrischt nach Hause.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Hochschwab

Nach einer längeren Krankheits und Schlechtwetter bedingten Pause von den Bergen tat es gut, endlich mal wieder was zu unternehmen. Vom Bodenbauer ginge es los und wir waren nicht die Einzigen, die das schöne Wetter nutzten. Am Parkplatz war in der Früh schon reger Verkehr und auch bei der Tour trafen wir immer wieder auf andere Wanderer. Nach einigen schweißtreibenden Höhenmetern zu Beginn wehte uns oberhalb der Trawiesalm ein kühler Wind entgegen. Durchs G'hackte waren wir wieder geschützt vor dem Wind, doch auf der Hochebene angekommen legte er noch mal zu und wir zogen uns die Jacken an. Ein wenig bangten wir um unsere bequeme Gipfelpause, doch oben angekommen fanden wir ein schönes, sonniges, windstilles Plätzchen zum Verweilen und Jause Genießen.
Hinunter ging es beim Schiestlhaus vorbei in die obere Dullwitz, wo wir zwei Murmeltiere trafen. Nach dem Gegenanstieg zum Trawiessattel beobachteten wir noch eine äußerst zutrauliche Gams. Streicheln ließ sie sich zwar nicht, aber dass wir einige Meter über ihr vorbeigingen, störte sie kein bisschen. Einige Schritte später waren wir wieder beim Bodenbauer und froh, dass wir das schöne Wetter so gut genutzt hatten.

Sonntag, 22. Juni 2014

Paklenica

Zumindest einmal im Jahr ist Paklenica mittlerweile Pflicht, also fuhr am Donnerstag etwas nach 4 Uhr in der Früh ein vollbepacktes Grazer Auto bei Spielberg über die Grenze. Zu den üblichen Verdächtigen (Alex, Uli, Melanie und mir) gesellte sich heuer auch Kati hinzu und roch gegen 8 Uhr nach längerer Strandurlaubsabstinenz endlich mal wieder das Meer. Alex und ich starteten gleich voll motiviert in die Tour 'The Show Must Go On' am Anića Kuk. Die Kletterei ist wunderschön, jedoch die Wegführung teilweise etwas seltsam. An ein paar Stellen kletterten wir tatsächlich wieder bergab. Die Schlüsselseillänge gelang uns und auch alle anderen Stellen lösten sich gut auf und so legten wir gleich einen perfekten Start hin.
Neuer Tag und ungedämpfte Motivation. Alex und ich wollten uns voller Elan in die Zenit stürzen, mussten uns aber nach der ersten 6c-Länge eingestehen, dass wir heute zu schwach dafür waren. Wir plagten uns in dieser Länge viel zu sehr, als dass wir uns die restliche Tour zugetraut hätten. Daher wechselten wir in die Klin und tobten uns in teils kraftraubender aber großteils genussvoller Kletterei aus. Die Schlüsselseillänge ging mir sogar auf und so konnten wir wenigstens einen Teilerfolg verbuchen.
Am Samstag wollten Melanie, Kati und ich einen ganz großen Klassiker des Gebietes, die Mosoraski, gehen. Leider bekam Melanie jedoch Schmerzen im Handgelenk und wir seilten nach der zweiten Seillänge wieder ab. Da nur die Hände nicht mehr zu gebrauchen waren, wanderten wir zur Höhle Manita Peć hinauf. Die Führung war recht beeindruckend mit einigen wirklich schönen Tropfsteingebilden.
Am letzten Tag gingen wir noch Sportklettern. Ich aktivierte noch meine letzten Energiereserven und brachte sogar noch mehr zusammen, als ich mir erwartet hätte. Zum Abschluss gab es noch eine Pizza beim Tomato und ein Eis beim Eissalon, ein Urlaubsausklang ganz nach meinem Geschmack.

Dienstag, 10. Juni 2014

Wilder Kaiser

Heuer führte uns das Wanderwochenende in den Wilden Kaiser, wo wir die Pfingstfeiertage in der Gruttenhütte und den umliegenden Felsspitzen und Almwiesen verbrachten. Wegen der relativ langen Fahrt reisten Melanie und ich bereits am Freitag an und weihten die neue Bettkonstruktion, die ich in mein Auto gezimmert hatte, ein. Alex und Eva parkten sich auch zu uns und nach einem Gute-Nacht-Bier legten wir uns nieder.
Am nächsten Tag in der Früh war ich von meinem Einbau begeistert. Melanie und ich hatten eine recht angenehme und erholsame Nacht hinter uns. Frisch und motiviert schleppten wir unsere schweren Rucksäcke zur Gruttenhütte hinauf. Dort platzierten wir alles bis auf unsere Kletterausrüstung und gingen über den Jubiläumssteig ins Kübelkar. Nach einigen mühsamen Höhenmetern im Schotter waren wir endlich beim Einstieg unserer Tour, der Kübelkar Sinfonie, angekommen. Die Kletterei war großteils schön und kompakt mit ein paar schottrigen Abschnitten. Leider waren vor uns zwei weitere Seilschaften und so pfiffen hin und wieder ein paar Steine bei uns vorbei. Die Schlüsselseillänge war ein angenehm kühler Kamin, bei den heutigen Temperaturen sehr wohltuend. Oben angekommen entschieden wir uns fürs abseilen, weil der Abstieg ins Kopftörl nicht besonders einladend wirkte. Zurück bei der Hütte wurden wir von der auch heuer wieder großen Gruppe (um die 20 Bergkameraden) begrüßt und bekamen trotz unserer späten Ankunft noch einen köstlichen Schweinebraten.
Am Samstag starteten fast alle gemeinsam von der Grüttenhütte Richtung Gamsängersteig.
Ich durfte heute meinen Neffen Karl in der Buckelkraxe tragen und strahlte dabei fast mehr als die Sonne. Bei der Roten Rinnscharte teilte sich die Gruppe, ungefähr ein Drittel ging auf den Ellmauer Halt und der Rest wollte über den Kleinen Halt und den Gamshalt von Norden auf den Ellmauer Halt. Karl und ich waren bei der großen Runde dabei. Es ging ein Kar mit Schotter und Schnee hinunter und Karl lachte immer wieder freudig beim Schotter- und Schneefeldrutschen. Am Talboden kurz vor dem Einstieg in den Kaiserschützensteig suchten wir hinter einem großen Stein Schatten und machten eine Jausenpause. Karl war auch froh, aus der Buckelkraxen raus zu dürfen und genoss seine Jausenwurst. Als er wieder in die Kraxe hinein musste, war er weniger erfreut und testete lautstark das Echo im Kar. Etwas weiter den Kaiserschützensteig hinauf kamen uns zwei Wanderer entgegen, die meinte, dass noch viel Schnee am Weg zum Ellmauer Halt liegen würde. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, beschlossen wir umzukehren und so gingen wir über die Rote Rinnscharte wieder zurück zur Gruttenhütte.
Neuer Tag und neuerlich strahlender Sonnenschein, der Wettergott meinte es gut mit uns. Melanie und ich machten heute zu zweit Höhenmeter, und das ziemlich schnell. Wir fuhren ein Tempo auf den Ellmauer Halt, dass ich mir fast auf die Zunge stieg. Am Gipfel gab es nur eine kurze Foto- und Trinkpause und schon eilten wir wieder hinunter. Beim Abstieg war schon mehr Verkehr und so mussten wir hin und wieder warten. Zurück bei der Gruttenhütte gönnten wir uns einen Radler und einen Apfelstrudel. Melanies Motivation war jedoch ungebremst, und so liefen wir noch auf den Hinteren Goinger Halt. Auf dem Gipfel gönnten wir uns eine etwas längere Pause und kamen mit zwei Münchnern ein wenig ins Plaudern. Wieder zurück bei der Hütte hatte Melanie immer noch nicht genug und wir liefen noch zum Hüttenkreuz hinauf. So kamen wir heute doch noch zu drei Gipfelkreuzfotos, naja, das Hüttenkreuz ist ja eigentlich kein Gipfel, aber wollen wir mal nicht so kleinlich sein.
Am Dienstag stiegen wir nur noch über den Klamml-Wanderweg und die Gaudeamushütte ab und schwitzten bei der Heimfahrt um die Mittagszeit im Auto.

Samstag, 31. Mai 2014

Untersberg

Nach einer erholsamen Nacht im warmen Elternhaus, anstelle einer nassen Nacht im Zelt im Hagengebirge, beschlossen wir, aus den Hagengebirgs-Ersatztagen Hochthron-Thementage zu machen. Heute kamen zum gestrigen Hochthron im Tennengebirge noch die beiden Hochthrons am Untersberg dazu. Los ging es von Ettenberg Richtung Scheibenkaser. Das Wetter war etwas schlechter als erhofft, im Wald nieselte es hin und wieder ein wenig. Auf der Alm angekommen erwischten uns auch noch ein paar Regentropfen, insgesamt sind mir aber mehr Schweißtropfen von der Nase getropft als Regentropfen auf den Kopf. Mit dem Scheibenkaser ließen wir auch den Regen hinter uns, bei der restlichen Tour blieb es trocken. Auf dem Weg zum Störhaus tauchten wir teilweise in die Wolkendecke ein, der permanente Wechsel zwischen Sonne und Wolken bescherte uns mystische Ausblicke auf die Hochebene des Untersberges. Vom Berchtesgadener Hochthron Richtung Süden sahen wir nach der ersten Geländekante nur mehr Weiß. Auf dem Weiterweg lachte uns immer häufiger die Sonne an, bis kurz vor der Mittagsscharte meine Eltern uns entgegenlachten. Ich bin mir nicht ganz sicher, wer von den Dreien mehr gestrahlt hat. Meine Eltern waren mit der Untersbergbahn aufgefahren und uns entgegen gewandert. So waren wir auf dem letzten Teilstück zu Viert. Da meine Eltern bereits beim Hinweg auf dem Salzburger Hochthron waren begleitete uns nur noch mein Vater hinauf.
Nach dem einsamen Abschnitt vom Berchtesgadener Hochthron zur Mittagsscharte waren wir jetzt voll im Bergtourismus angekommen. Rund um die Bergstation nahm die Dichte an elektronischen Gadgets zu und an wind- und wetterbeständiger Kleidung ab. Nichts desto trotz waren wir froh, für den Abstieg die Seilbahn in Anspruch nehmen zu können.