Samstag, 13. Dezember 2014

Pfaffenstein

Der Schnee lässt weiter auf sich warten, oder doch nicht? Um sicher zu gehen fuhren Melanie, Alex und ich heute nach Eisenerz. Bei traumhaftem, aber noch recht kaltem Wetter ging es zunächst auf gefrorenem Boden und dem einen oder anderen Schneeflecken zum Markussteig. Weiter oben wurde es etwas mehr Schnee, großteils war es aber trotzdem gerade mal genug um den Boden zu bedecken. Nur in den Mulden und Rinnen steckten wir hin und wieder bis zur Hüfte im Schnee. Im versicherten Bereich des Markussteiges wurden wir von Einheimischen beobachtet. Auf einem Vorsprung mitten in der Wand ober uns standen drei Gämse, die das Treiben in ihrem Wohnzimmer interessiert verfolgten. Auf den letzten nordseitigen Metern zum Gipfel wurde der Schnee zwar auch nicht wirklich mehr, aber er wurde kälter und pulvriger.
Am Gipfel gönnten wir uns nur eine kurze Jausenpause, da es trotz Sonnenschein und traumhafter Weitsicht nicht wirklich warm war. Beim Abstieg zum Südwandsteig fanden wir ein paar lustige Schnee-Rutsch-Partie-Hänge die schon richtig Lust aufs Schitourengehen machten. In der Schlucht des Südwandsteiges steckten wir teilweise wieder bis zur Hüfte im Schnee. Als Schlusslicht merkte ich allerdings nicht mehr viel davon, denn bei mir war der Wanderweg schon gut ausgetrampelt. Rund um den Südwandsteig sahen wir Unmengen an Gämsen, die hatten heute scheinbar am Pfaffenstein Weihnachtsfeier. Auf den sonnigen Hängen unterhalb des Südwandsteiges wurde es richtig warm. Wir scherzten noch, dass heute gute Kletterbedingungen in der Südwand seien und wenig später erspähten wir tatsächlich eine Seilschaft. Weiter unten wurde der Weg durch den geschmolzenen Schnee schlammig und bis zum Auto hatten wir die Bergschuhe mit einer dicken Dreckschicht paniert.

Montag, 8. Dezember 2014

Taghaube

Heute haben wir uns vom Wetter nicht abschrecken lassen! Nachdem im Grazer Raum in letzter Zeit Dank des feuchten Wetter nicht einmal Sportklettern am Felsen möglich war und wir schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr in den Bergen waren, gab es heute keine Ausreden mehr. Zum Schitourengehen reicht der Schnee momentan leider noch nicht, also packten wir die Wanderschuhe aus. Los ging es vom Parkplatz unterhalb des Dientner Sattels in Richtung Erichhütte. Von Anfang an geleitete uns knöcheltiefer Schnee, es wurde auch weiter oben nicht mehr. Auf dem Almboden über der Erichhütte hang der Hochnebel, weshalb wir hinauf nicht ganz den direktesten Weg nahmen. Mit unseren einsamen Fußstapfen im Schnee schrieben wir ein wunderschönes S in den sanft geneigten Hang. Schlussendlich fanden wir jedoch problemlos zur Wandertafel, die uns den Weg zur Taghaube wies. Weiter ging es durch die angezuckerte Latschengasse hinauf über steiler werdende Wiesen und schlussendlich noch ein wenig in den Fels. Bei diesen Bedingungen kommt man selbst auf so schön angelegten Wanderwegen langsam voran. Schließlich reichen die 10cm Neuschneeschicht aus, um den Untergrund zu ebnen. Dadurch ist bei jedem Schritt erneut die Frage, unter welchem Winkel sich der Fuß auf den Boden legt. Landschaftlich war es traumhaft schön, auch wenn uns nur selten ein Wolkenfenster den Blick in die Ferne erlaubte. Alleine in dem kleinen Blickfenster, dass wir meistens hatten, zeigte sich der Winter von der schönsten Seite und bot zusätzlich zu der wunderschön unberührten weißen Landschaft kunstvolle Schneegebilde auf den Latschen und in meinem Bart.
Am Gipfel war es etwas windig und kalt, daher traten wir umgehend den Abstieg an. Dabei war zunächst höchste Konzentration gefordert um nicht auf den angezuckerten Steinen auszurutschen. Es ging aber recht problemlos und wenig später standen wir wieder auf dem Almboden. Dort kam die Rutschpartie doch noch in Schwung, auf dem grasigen Untergrund glitten wir öftmals talwerts, teils gewollt, teils überraschend. Ab der Erichhütte ging es über die gemütliche und gutgriffige Forststraße zurück zum Parkplatz.
Man muss das Wetter eben so nehmen wie es ist, und wenn man das tut und sich auch mal bei Couch-Kuschel-Wetter vor die Tür traut, wird man gelegentlich mit einer traumhaften Tour inklusive Winterzauber, unberührter Natur und Einsamkeit belohnt.

Sonntag, 16. November 2014

Gamskogel

Die Schitourensaison naht, Melanie, Uli und Alex sind ja während meines Aufenthalts in Durham sogar schon die erste Schitour der Saison gegangen. Mit meiner Kondition ist es jedoch noch nicht so gut bestellt wie ich es gerne hätte, da muss ein wenig Training her. Daher sind Melanie und ich heute auf den Gamskogel gelaufen. Bergauf ging es den zunächst relativ gemütlichen und gegen Ende hin immer steiler werdenden direkten Waldweg. Beim Gipfelsprint gaben wir noch mal richtig Gas und pusteten mit unseren Schnaufern fast das Gipfelkreuz um.

Da dann der Kreislauf nicht zu schnell runter kommen sollte, nahmen wir nur schnell einen Schluck aus dem Trinkbeutel und machten uns sogleich in Richtung Hagensattel auf. Am Rücken lag viel nasses Laub, weshalb das Tempo und der Puls wieder gemäßigtere Werte annahmen. Lang dauerte es allerdings nicht bis wir wieder Fahrt aufnahmen und spätestens ab der Froststraße ging es durchgehend im Laufschritt voran. Der Bach im Königgraben führte viel Wasser und gelegentlich führte auch der Weg viel Wasser, was erneut aufs Tempo drückte. Zurück auf der Asphaltstraße legten wir noch einen Schlusssprint zum Auto hin.
Die Tour bietet sich fürs Konditionstraining an, da sie nach einem teilweise relativ steilen Anstieg und einem schönen Zwischenstück entlang des Rückens, einen sehr angenehmen, knieschoneneden (weil wenig steilen) Abstieg bietet.

Sonntag, 2. November 2014

Krabbelstube

Wieder zurück aus England, zieht es mich natürlich hinaus, um ein paar Höhenmeter zu machen. Ich habe zwar ein paar tolle Trad-Erfahrungen auf der Insel gesammelt, aber die meisten Touren waren nicht mehr als 15m hoch, da tat es gut mal wieder den Kletterrausch einer Mehrseillänge zu fühlen. Melanie und ich haben uns für die Tour Krabbelstube im Brunntal entschieden, eine Genusstour in der Sonne, wie wir dachten. Als wir in der Früh am Parkplatz in Mixniz ankamen, hangen noch die Wolken im Graben und ich stellte mich schon auf eine kühle Kletterei ein. Vorher wurde es jedoch anständig warm, beim Zustieg genoss es mein Körper endlich mal wieder ein paar Höhenmeter in der klaren Waldluft zu machen. Auf der Höhe des unbesetzten Mauthäuschens hatten sich die Wolken bereits gelichtet und ich schöpfte wieder Hoffnung für eine sonnige Zeit in der Wand. Nachdem Melanie in die noch schattige erste Seillänge eingestiegen war, gesellten sich noch zwei weitere Seilschaften zu uns. Alle Vier waren jedoch glücklicherweise sehr ruhig und ließen genügend Abstand um uns nicht zu stören. In die Sonne kamen wir ab der dritten Seillänge. Um diese Jahreszeit spürt man den Unterschied extrem, im zweiten Stand war mir mit Pullover und Jacke noch eher kühl, im dritten Stand schwitzte ich im T-Shirt. Auch im Schatten war die Kletterei schon sehr schön und genussvoll, durch die angenehme Wärme der Sonne steigerte sich die Tour jedoch noch weiter von schön auf traumhaft. Insbesondere die letzte Seillänge überraschte immer wieder mit wunderschönen und teils bizarr geformten Henkeln. Oben angekommen aßen wir gemütlich einen Apfel in der Sonne und warteten ab, bis die anderen beiden Seilschaften auch oben waren, bevor wir uns wieder abseilten.
Nach drei schnellen Abseilfahrten waren wir auch schon wieder am Einstieg angekommen. Die beiden Seilschaften über uns wurden glücklicherweise erst dann tollpatschiger beim Steine abtreten, als wir bereits aus der Steinschlagzone heraußen waren.
Nach der langen Bergabstinenz auf der Insel kam mir das Grazer Bergland schon fast gebirgig vor, der Wald am Ausstieg der Klettertour erinnerte mich jedoch wieder daran, dass es 'nur' das Grazer Bergland ist. Die Tour selbst ist in der Schwierigkeit meiner Meinung nach eine der schönsten in der Gegend und im Vergleich zu anderen noch wenig abgeschmiert, was wohl am etwas längeren Zustieg über die Mautstelle der Bärenschützklamm liegt.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Julien&Alex

Bevor es für ein Monat nach England geht wollte ich unbedingt noch mal steilen Fels in den Händen halten. Daher sind Uli und ich heute gegen Mittag nach Mixnitz gefahren um unsere klägliche Vorstellung vom letzten Sonntag auszubügeln. Damals kämpften wir uns mit Mühe und Not die erste Seillänge der Tour Julien&Alex hinauf und da ich an diesem Tag leider überhaupt nicht fit war, beschlossen wir im ersten Stand umzukehren. Heute fühlte ich mich schon beim Zustieg wesentlich spritziger, zwar nicht in Top-Form, aber ich war guter Dinge, dass es heute besser laufen würde. Und so war es dann auch; Uli ließ diesmal keine Zeit in der ersten Seillänge liegen und kam mit dem einen oder anderen Sitzer zügig voran. Ich plagte mich zwar auch heute etwas in der ersten Seillänge, aber das Kletterfeeling im Nachstieg sagt sowieso nicht viel über die Tagesverfassung aus. Motiviert nahm ich die Schlüsselseillänge in Angriff und bedacht und vielleicht etwas übervorsichtig (also mit viel im Seil sitzen) kam ich Haken für Haken weiter. Soweit löste sich alles recht brauchbar auf, bis ich zur Schlüsselsequenz kam. Nach einigen Versuchen entschied ich mich dafür, die Trinkflasche und die Abstiegsschuhe beim letzten Haken zu deponiern, sodass Uli sie mir im Nachstieg mitnimmt.
Nachdem ich den Griff mit rechts besser sortiert hatte und die Tritte fand, konnte ich auch die Schlüsselsequenz halbwegs lösen und nach ein paar angestrengten Schnaufern und ein paar ausrutschern in der Platte über der Schlüsselstelle schaffte ich es zum nächsten Stand. Das Härteste lag hinter mir, ab jetzt wurde es deutlich leichter. Uli plagte sich in der Schlüsselstelle mit dem Zusatzgepäck auch ein wenig und war froh als er es mir wieder zurückgeben konnte. Jetzt war Uli wieder am Zug mit Vorsteigen. Der Start in die nächste Seillänge war etwas unangenehm, nach den ersten 6 Metern wurde es aber deutlich leichter. Vom großen Grasband aus war noch eine etwas schwerere Seillänge und danach noch ein paar Seillängen zum ausklettern. Ich durfte wieder führen und endlich gelang uns die erste Seillänge rotpunkt. Auch wenn die Schwierigkeiten auf dem Papier ähnlich hoch waren wie in der ersten und dritten Seillänge, kam mir diese um einiges leichter vor. Leider nahm ich am Ende der Seillänge die falsche Abzweigung und landete im Stand der 'Oberen Direkten Südwest'. Da die Kletterei hier auch sehr einladend aussah und die Schwierigkeiten sich am Papier kaum unterschieden, beschlossen Uli und ich über diese weiter Aufzusteigen. Ein paar Ausklettermeter weiter standen wir am Röthelstein und ein paar Schritte weiter waren wir wieder zurück bei der Drachenhöhle und noch ein paar Schritte weiter wieder beim Auto.
Tolle Tour, wobei im unteren Teil die beiden leichteren Seillängen nicht zu unterschätzen sind. Den richtigen Ausstieg haben wir uns noch aufgespart; gut Ding braucht Weile. Aber unsere Alternative war auch sehr nett und der Kamin in der vorletzten Seillänge der 'Oberen Direkten Südwest' hat mir sogar noch den ein oder anderen Schweißtropfen gekostet.

Mittwoch, 24. September 2014

Grimminghütte

Nachdem wir am Vorabend noch vom Plöckenpass nach Trautenfels gefahren waren und dort genächtigt hatten, starteten wir heute in Richtung Grimming. Geplant wäre der Aufstieg über den Südostgrat gewesen und so gingen wir zunächst noch motivierten Schrittes los. Etwas vor uns war eine Schulklasse gestartet und wir trafen auf dem ganzen Weg zur Grimminghütte immer wieder auf kleine Gruppen von Kindern. Es ist schön zu sehen, dass es immer noch engagierte Lehrer gibt, die mit ihren Klassen so großartige Ausflüge unternehmen. Nach der Grimminghütte wurde es einsamer und etwas weiter oben legten wir eine größere Pause in der Sonne ein.
Melanie spürte die Hüfte ein wenig und wir beschlossen weiter zu gehen um zu sehen ob sich das Problem legt oder schlimmer werden würde. Das Wetter war traumhaft schön und der Schnee, auf den wir weiter oben stießen, schmolz nur so dahin. Leider legte sich das Problem mit der Hüfte nicht und so drehten wir unweit der Abzweigung zum Südostgrat um. Direkt bei der Abzweigung legten wir uns noch mal ein wenig in die Sonne und genossen die schöne Aussicht. Anschließend ging es hinab, bei der Grimminghütte vorbei zurück zum Schloss Trautenfels. Trotz der Kürzung der Tour konnten wir das traumhafte Wetter und die wunderbare Bergwelt in vollen Zügen genießen.

Dienstag, 23. September 2014

Spigolo di Infanti

In den vergangenen beiden Tage unseres Bergurlaubes hatten wir weit und breit kein Schönwetter gefunden, daher nahmen wir heute auch eine weitere Anfahrt in Kauf. Es ging von Salzburg aus an die italienische Grenze zum Plöckenpass. Eine Kletterei in der Westwand des Kleinen Pal stand am Programm. Da die Temperaturen in den letzten Tagen stark gesunken waren, wollten wir Sonne in der Wand haben und sind daher relativ spät losgefahren. Am Plöckenpass angekommen war die Wand trotzdem noch im Schatten, daher gönnten wir uns zunächst einmal ein Eis. Danach entschieden wir uns Einzusteigen, da es so wirkte als ob die Sonne bald die Wand erhellen würde. Und tatsächlich stand ich bereits im ersten Stand in der Sonne. In dem ein oder anderen Stand war der kühle Wind oder der Schatten noch etwas frisch, insgesamt wurde uns aber kaum kalt.
Auch wenn die Tour teilweise bereits etwas speckig war, hatten wir mit ihr einen Goldgriff getan. Die Kletterei war abwechslungsreich und nach oben hin immer weniger grasig und zunehmend kompakt, eine wahre Genusskletterei. Auch der Abstieg war hervorragend markiert und perfekt eingerichtet. Wir wurden für die lange Anfahrt mit dieser schönen Tour ausreichend entschädigt.