Samstag, 7. März 2015

Salersbachköpfl

Mittlerweile ist die Anreise-zur-Schitourenwoche-Schitour schon Tradition und auch die Teilnehmer sind meist die gleichen. Heuer hat sich zu den alten Bekannten (Gotti und Andi) auch Alex dazugesellt. Um 10 Uhr trafen wir uns am Parkplatz in Viehhofen und weil wir nichts Konkretes geplant hatten, entschieden wir uns kurz entschlossen von dort aus loszugehen. Anfangs ging es noch gemütlich eine Forststraße hinauf, wenig später bog der Sommerweg in einen Graben ab und wir entschieden uns ihm zu folgen. Zunächst bereuten wir die Entscheidung nicht, es ging in perfekter Steigung auf ausreichend Schnee dem Band des Sommerweges entlang. Weiter oben wurde es dann doch etwas mühsamer, der Wind hatte einige Bäume umgelegt die nun den Weg versperrten. Mit ein wenig Motivation ließ sich auch diese Passage problemlos überwinden. Etwas weiter oben trafen wir erneut auf eine Forststraße und noch ein Stück weiter auf die Freeride-Abfahrt aus dem Schigebiet Zell am See. Von dort an ging es den Abfahrtsspuren entlang aufwärts bis wir auf eine Ratrakspur trafen die uns auf das Salersbachköpfl geleitete.
Auch wenn die Lift- und Pistenanlagen den Blick ein wenig trübten, standen wir auf einem wunderbaren Aussichtsgipfel. Rings herum strahlten uns die Ziele der nächsten Tage entgegen. Bei der Abfahrt fuhren wir bis kurz oberhalb der Kasparalm der Schiroute entlang. Dort folgten wir der Forststraße, die uns nach Viehhofen zurück bringen sollte. Kurz nach einer Kehre versuchten wir direkt durch den Wald zum Parkplatz zu queren, der Versuch endete in eine etwas abenteuerlichen Abfahrt durch steilen Wald, einen Graben und einer lustigen Bachquerung. Schlussendlich kamen wir alle wieder gut am Parkplatz an.
Auch wenn diese Schitour sehr lustig, abwechslungsreich und abenteuerlich war, ist sie wohl in dieser Form nicht wirklich massentauglich. Als Auftaktschitour war sie für mich jedenfalls perfekt.

Sonntag, 1. März 2015

Hochkogel

Wohin genau es heute gehen sollte, wussten Alex und ich bei der Anreise noch nicht. Wir wollten uns, je nach Sichtverhältnissen, am Präbichl entscheiden. Wieder mal hielt der Präbichl die Wolken zurück und uns lachte der sonnenbeschienene Kaiserschild entgegen. Damit war klar wo es hin ging, ab in die Kalte Fölz. Bevor wir den Aufstieg über das einsame und landschaftlich traumhaft schöne Nordkar unterhalb des Kaiserwarts genießen durften, mussten wir uns dieses Privileg in der Kalten Fölz erarbeiten. In diesem schmalen und relativ steile Graben ist der Aufstieg abschnittsweise etwas mühsam und die Stecken kamen viel zum Einsatz. Umso mehr freute ich mich, als der Hang breiter wurde und wir eine gemütliche Spur anlegen konnten. Etwas weiter oben, wo sich die Wege Richtung Kaiserwart und Hochkogel trennten, kamen wir in die Sonne und legten eine kleine Pause ein. Als ob es nicht sowieso schon schön genug gewesen wäre, zauberte der Wolkenschleier einen Hof um die Sonne - ein toller Anblick. Weiter ging es westlich am Kaiserwart vorbei auf den Hochkogel. Dort gönnten wir uns eine ausgiebige Pause bei Windstille und fanden heraus, dass ein Schluck warme Suppe mit Brot die Energiereserven fast noch besser auffüllt als ein Müsliriegel und Tee. Die Nordostflanke des Hochkogels überraschte mit Großteils schönem Pulver und nur wenigen Schwüngen in windgepresstem Schnee. Trotzdem schaffte ich es einen doppelten Purzelbaum zu schlagen. Sturz war es aber offiziell keiner, die Schi blieben dran. Nach dem Auffellen ging es weiter auf den Kaiserschild, wo wir die letzten 10hm zum abgeblasenen Gipfel zu Fuß hinauf gingen.
Mittlerweile war etwas Wind aufgekommen und wir fuhren gleich wieder ab. Auch hier fanden wir am Gipfelhang (diesmal westseitig) schönen Pulverschnee. Jetzt wartete nur noch der niedrigste Gipfel des Dreigestirns auf uns, der Hochwart. Auch ihn hatten wir bald erklommen. Am Gipfel konnten wir einen guten Blick in seine Nordostrinne werfen, sie sah sehr verlockend aus und wir beschlossen sie abzufahren. Die Entscheidung bereuten wir nicht im geringsten; auch hier fanden wir schönen Schnee und es tat gut nach den Anstrengungen des Tages noch ein paar Steilrinnensprünge zu setzen und zu sehen, dass sie immer noch präzise dort waren, wo ich sie haben wollte. Die weitere Abfahrt war gezeichnet von genussvollen Pulverschneehängen und ein wenig Stangenwald am Ende.
Wenn man sich von dem anfangs etwas mühsamen Graben nicht abschrecken lässt, entpuppt sich diese Schitour als Juwel. Nicht nur die landschaftliche Schönheit, sondern auch die Einsamkeit und der über lange Zeit konservierte Pulverschnee im Nordkar machen diese Schitour zu etwas besonderem.

Samstag, 28. Februar 2015

Hämmerkogel

Alex hat heute sein Debüt als offizieller Tourenführer gegeben und eine Schitour bei den Grazer Naturfreunden geführt. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Ansonsten hielt sich der Andrang jedoch in Grenzen, außer mir war nur noch Gerald dabei. So ging es als kleine, feine Gruppe zu Dritt in den Feistritzgraben. Bis ganz nach hinten zur Unteren Bodenhütte konnten wir nicht fahren, aber auf der Straße lag genug Schnee, da machte die Aufwärmrunde auf der Forststraße sogar Spaß. Weiter ging es immer dem Weg des Schnees folgend hinauf. Auf den Seitenhängen der Gräben schaute bereits das Gras hervor, in den Gräben selbst lag noch genug Schnee. Nachdem wir uns von dem letzten Graben verabschieden mussten, fanden wir zunächst auch im Gipfelhang noch Schneebänder die uns hinauf geleiteten. Gut 50hm unter dem Gipfel war der Schnee aber endgültig verblasen und wir stiegen die letzten Minuten zu Fuß auf.
Auch wenn am Gipfel die Wolken hingen, hin und wieder öffnete sich ein Fenster und wir sahen mal dort und mal da bis ins Tal hinab. Nach einer kurzen Gipfelpause stiegen wir wieder zum Schidepot ab und schnallten uns die Schi an. Die ersten paar Schwünge waren noch ein wenig charakterbildend, etwas tiefer fanden wir bald ausreichend Schnee und gelegentlich sogar Pulverschnee. Je tiefer wir kamen desto besser wurde der Schnee und unten im Wald setzten wir noch ein paar geniale Wedler im traumhaften Pulverschnee.

Freitag, 20. Februar 2015

Piz Cavradi

Für den letzten Tag der Familienschiwoche haben wir uns noch ein besonderes Schmankerl heraus gesucht, Melanie und ich erkundeten die zierlichen Ursprünge des mächtigen Rheins. Von Tschamut aus ging es in idyllischer Landschaft dem niedlichen Bächlein entlang aufwärts. Bei der Milez Hütte angekommen machten wir ein Päuschen und ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, rund herum geniale Berge und weite Pulverhänge. Es waren zwar schon jede Menge Tourengeher unterwegs gewesen seit dem letzten Schneefall, aber nach wie vor waren unverspurte Hänge mit Pulverschnee zu erkennen. Weiter ging es über die Plidutscha Hochfläche in immer noch schönere Landschaft. Nach und nach kamen die hohen Berge hervor, mein Blick blieb immer wieder an genialen Abfahrtslinien hängen. Bei der Maighelshütte überblickten wir das gesamte, von traumhaften Gipfeln umgebene Maighelstal. Vor lauter große-Augen-machen holte ich mir vermutlich einen Sonnenbrand auf der Innenseite der Augenlider. Der südseitige Anstieg auf den Piz Cavradi überraschte auf den ersten Metern mit Pulverschnee, erst als es steiler wurde hatte die Sonne den Schnee bearbeitet. Dort war die alte Aufstiegsspur etwas unangenehm eisig-hart. Davon ließen wir uns aber auch nicht aufhalten und wenig später standen wir beim Steinmann auf dem Südgipfel des Piz Cavradi. Von dort aus trug uns der starke Wind auf den Nordgipfel.
Das Abfellen und Umziehen war bei dem Sturm eine Herausforderung, die wir aber schlussendlich auch meisterten. Der Südhang zur Hütte hinab war teilweise etwas harschig, ging aber auch ganz gut zu fahren. Spätestens ab der Hütte hatten wir nur mehr Pulverschnee. So genossen wir den Abschluss der Woche in Graubünden mit traumhaftem Wetter in genialer Landschaft und lockeren Wedlern entlang des jungen Rheins.

Dienstag, 17. Februar 2015

Cauma

Dritter Tag der Familienschiwoche und dritte Schitour, bei dem traumhaften Wetter kein Wunder. Heute war von Anfang bis Ende das Wetter einfach nur genial, Sonne pur und kaum Wind. Melanie und ich starteten von Riein und waren zunächst noch etwas überrascht, da beim Parkplatz am Ausgangspunkt kaum Schnee lag. Ich hatte mir gedacht, dass die Tour doch etwas nordseitiger wäre. Auch egal, für den Aufstieg war mehr als genug Schnee vorhanden und bei der traumhaften Aussicht muss man ja nicht immer auf den teilweise etwas strohigen Boden in der Nähe schauen. Ein paar lustige Waldabschnitte mit Baumstammlimbo und schmalen Gassen im dichten Wald später, waren wir auch schon bei der Alp da Riein angekommen. Ab hier ging es in einem langen Rechtsbogen aufwärts. Immer mehr hohe Bergspitzen kamen am Horizont zum Vorschein, die Weitsicht war grandios. Nachdem wir den letzten Aufschwung zum Gipfel hinter uns gebracht hatten, eröffnete sich uns der Blick Richtung Norden hinab zum Rhein, der dort ein felsiges Tal herausgeschnitten hatte.
Nachdem ich mich endlich von der genialen Aussicht trennen konnte, fuhren wir wieder ab. Viel Pulverschnee fanden wir heute leider nicht, ein paar Schwünge waren es aber doch. Insbesondere die stark verspurten, noch nicht wieder aufgeweichten Hänge im Mittelteil waren etwas mühsam zu fahren. Um diese zu umgehen fuhren wir teilweise die Forststraße ab. Im untersten Teil schulterten wir die Schi kurzzeitig, es war einfach nicht mehr genug Schnee da. Alles in allem ging die Abfahrt aber relativ gut und wir mussten nur kurze Stücke tragen.

Montag, 16. Februar 2015

Piz Dolf

Heute konnten wir meine Eltern dazu motivieren, mit uns eine Schitour zu gehen. Ziel war der Piz Dolf und mit den Aufstiegshilfen des Schigebiets Laax-Flims-Falera sollte es eine genussvolle Tour werden. Von Flims aus ging es zunächst mit zwei Sesselliften, bei denen man die Schi auf der Seite hineinsteckt, und anschließend mit einer Gondel hinauf zum Fil de Cassons. Bei der Bergstation wurden die Schi geschultert und nach ein paar Minuten stapfen hatten wir schon den ersten Gipfel des Tages erreicht. Von dort ging es nordwärts entlang eines kurzzeitig relativ schmalen Kammes hinunter zum Fuorcla Raschglius. Der anschließende Hang hinunter ins Segnas Sura war einer der schönsten des Tages, da machte allen das Wedeln Spaß. Nachdem die Felle auf den Schi waren ging es nun in gemächlicher Steigung hinauf zum Gletscher und in einem Rechtsbogen hinein in die Nordwest Flanke des Piz Dolf. Nach dem flachen Gletscher kamen mir die kurzen, nicht ganz so flachen Aufschwünge dort schon fast steil vor. Alles in allem kamen wir sehr gut voran, leider zog aber das Wetter ein wenig zu. Der Gipfel hüllte sich bereits in Wolken und auch der Wind nahm zu. Daher beschlossen meine Eltern kurz vor dem Gipfel abzufellen und Melanie und ich gingen noch die letzten 10hm hinauf zum Nordgipfel des Piz Dolf. Die Abfahrtsbedingungen waren etwas durchwachsen, mal fanden wir windgepressten Schnee, mal schönen Pulver. Zurück am Gletscher ließ sich die eher harte aber ebene Schneedecke sehr gut fahren. Die lange Querung im Segnas Sura war auch bald geschafft und zur Belohnung wartete hinunter ins Segnas Sut ein wunderschöner Hang auf uns. Kurz vor dem langen Spaziergang im Talboden zur Segneshütte fanden wir noch ein gemütliches, sonniges, warmes Plätzchen auf einem Wiesenflecken wo wir eine Jausenpause einlegten.
Der Spaziergang war dann wesentlich angenehmer als befürchtet, der unglaublich flache, von Fels und Eis umrahmte Talboden war landschaftlich einfach so beruhigend und schön, dass die Zeit wie im Flug verging. Nach so viel Ruhe und Einsamkeit war das hektische Treiben auf den Schipisten nach der Segneshütte ein richtiger Kulturshock. Glücklicherweise hatten die Eltern das Schigebiet gestern schon ein wenig erkundet und ersparten uns so viel Getümmel wie möglich. Heil bei der Talstation in Flims angekommen, war ich jedoch froh, dass wir die Menschenmassen hinter uns gelassen hatten. Zum Ausklang gab es noch eine heiße Schoggi im Schein der Nachmittagssonne.

Sonntag, 15. Februar 2015

Camaner Grat

In die Schweiz lockte es uns heuer im Familienschiurlaub und die erste Tour führte uns ins Safiental. Eigentlich wollten wir auf das Tällihorn, dafür hatten wir aber die falsche Parkbucht gewählt (herausgefunden wo genau wir hinaufgegangen sind, habe ich erst jetzt beim schreiben). Wie auch immer, die Hänge haben genial ausgesehen und ich wollte endlich Schweizer Schnee unter den Fellen haben. Zunächst führte uns die Aufstiegsspur durch eine idyllische Almlandschaft an einigen alten Bauernhöfen und Heuschobern vorbei. Das Wetter war auch noch sehr schön und der Blick auf die umliegenden Berge steigerte die Vorfreude auf die nächsten Tage. Einige Höhenmeter weiter oben hatten wir die letzte Gruppe eingeholt und durften selber Spuren. Es ging ganz gut voran und wir hatten bald die Einsattelung am Camaner Grat erreicht.
Mittlerweilen war es von Süden her etwas zugezogen und am Grat oben nahm auch der Wind zu. Wir gingen noch ein Stück weiter in Richtung Ostflanke des Planggenhorn, beschlossen dann aber doch die Nase aus dem Wind zu nehmen und wieder abzufahren. Die ersten Schwünge setzten wir noch recht gefühlvoll, da kaum Kontouren zu erkennen waren und der windgepresste Schnee die Abfahrt auch nicht gerade erleichterte. Mit abnehmender Höhe nahm die Sicht zu und gelegentlich gab es sogar ein Paar Schwünge im Pulverschnee. Auf den letzten Meter zum Auto fand ich noch Mal derart genialen Pulverschnee, dass die Meter davor im Schmelz- und Bruchharsch schnell vergessen waren.