Während Melanie und ich heute Vormittag mit dem offiziellen Nationalpark-Shuttle von der U-Bahn Station 'Lago do Machado' aus die Christusstatue in Rio de Janeiro besucht hatten, was übrigens hervorragend geklappt hat, hatte Andi bereits alles für unsere Nachmittags-Wanderung auf die Zwei Brüder ausgecheckt. Gegen Mittag trafen wir uns an der Copacabana und stärkten uns noch mit gegrilltem Queijo ehe wir uns am südwestlichen Ende der Copacabana Fahrräder für 10 Reais pro Stunde ausliehen. Der schöne Radweg entlang der Ipanema brachte uns bald zur Bushaltestelle am Fuße der Zwei Brüder. Nach einem kurzen Check der Bremsen entschieden wir uns dazu, die steilen Straßen der Favela Vidigal mit dem Fahrrad zu erklimmen. Ganz wohl fühlte ich mich anfangs nicht, doch die vielen freundlichen Gesichter die uns anlachten (oder doch auslachten?), lockerten die Stimmung schnell auf. Nachdem wir die Fahrräder abgesperrt hatten, ging es noch ein paar Stufen durch enge Gassen aufwärts, bevor wir scheinbar in einer Sackgasse standen. Dort wurde mir wieder etwas mulmiger. Doch bevor wir lange beratschlagen konnten, öffnete sich eine Tür und ein freundlicher älterer Herr erklärte uns, dass wir zwischen den Häusern unter der Stiege durchschlupfen sollten. Tatsächlich fanden wir nach dem Durchschlupf links den Wanderweg im Wald. Nun nahmen wir Fahrt auf und nach einer Abzweigung nach rechts, ein paar Vögeln und Aussichtspunkten befanden wir uns schon am Gipfel.
Auch heute hatten wir wieder traumhaftes Wetter und der Blick auf die Stadt steht denen von Zuckerhut und Corcovado um nichts nach. Das Bier, das Andi bei einem Strandverkäufer an der Ipanema im Vorbeifahren mitgenommen hatte, ließen wir uns in Ruhe schmeckten ehe der Gipfel von immer mehr Leuten gestürmt wurde. Anscheinen kam gerade eine Wandergruppe an. Also nichts wie runter und zurück zu den Fahrrädern. Die Bremsen der Fahrräder hielten besser als erhofft und so ließen wir den Tag bald bei Bier und Caipirinhas am Strand ausklingen.
Die Nähe zur Stadt, der nette Wanderweg und der traumhafte Ausblick machen die Wanderung auf den Gipfel der Zwei Brüder zu einem optimalen Halbtagesausflug. Die Sonne sollte jedoch noch hoch am Himmel stehen. In der Dämmerung könnte ich mir vorstellen, dass es in der Favela Vidigal um einiges gruseliger wird.
Dienstag, 23. Oktober 2018
Montag, 22. Oktober 2018
Zuckerhut - Pão de Açúcar
Eigentlich hätte ich mir gedacht, dass der erste Blogeintrag des Urlaubs erst in Argentinien zustande kommen würde. Aber in Rio de Janeiro gibt es so viele schöne Granithügel die zum Wandern einladen, das konnten Melanie und ich uns nicht entgehen lassen. Also starteten wir unseren Südamerika Urlaub mit einer Besteigung des Zuckerhutes. Zu Beginn folgten wir dem gut ausgebauten Spazierweg auf der Südseite des Urca bis zu seinem Ende. Von dem Warnschild, dass uns auf dem Weiterweg zum Gipfel des Zuckerhutes Kletterei bis zum dritten Schwierigkeitsgrad prognostizierte, ließen wie uns nicht abschrecken und schlüpften zwischen Mauer und Fels durch. Der anschließende Steig war mal deutlicher, mal etwas verzweigt und führte immer wieder über Reibungsplatten bis an die Ostseite des Zuckerhutes. Über diese verhältnismäßig flache Seite ging es nun in fast direkter Linie Richtung Gipfel. Ganz trafen wir den Steig zwar nicht immer, mehr als ein paar Schritte durch Gestrüpp trennten uns aber nie vom ausgetretenen Trampelpfad. Ein paar weitere Reibungsplatten und eine Verschneidung führten uns schließlich zur markanten Schlüsselstelle. Die auflegerische Steilstufe machte mir bei dem schwitzig-schwülen Wetter und den nicht ganz optimalen Turnschuhen mehr zu schaffen als gedacht und so musste ich eine Stelle nullen. Melanies Schuhe waren noch rutschiger wie meine, mit Hilfe meines Fußes kam sie aber auch gut über die Steilstufe. Der restliche Aufstieg war nur mehr Wanderweg und so stiegen wir bald über die Absperrung in die normale Touristenwelt am Gipfel des Zuckerhutes ein.
Das Wetter war perfekt und die Aussicht ein Traum. Es war auch eher wenig los und so genossen wir die Zeit über den Dächern von Rio de Janeiro bei einer gemütlichen Jause. Hinunter zum Urca ging es mit der Bahn und da wir keinen Ticketschalter fanden, durften wir sogar gratis hinunter fahren. Vom Urca folgten wir dem gut ausgebauten Wanderweg zurück zur Talstation.
Bis auf die ungefähr 5 Meter lange Schlüsselstelle ist der Normalweg auf den Zuckerhut eher ein anspruchsvoller Wanderweg. Den kurzen Abschnitt im dritten Schwierigkeitsgrad sollte man dennoch nicht unterschätzen. Zurecht findet man in der auflegerischen Passage einige Chalkspuren. Der Weg auf den Urca hingegen ist ein gut ausgebauter Weg den jeder der Stiegen steigen kann hinauf kommt. Empfehlen kann ich definitiv beide Wege. Es ist wirklich beeindruckend, dass man zwar mitten in der Stadt ist, aber dennoch nur Wald, Tiere und Meer sieht. Egal wie man hinauf kommt, den Blick vom Zuckerhut auf die Stadt darf man sich nicht entgehen lassen.
Das Wetter war perfekt und die Aussicht ein Traum. Es war auch eher wenig los und so genossen wir die Zeit über den Dächern von Rio de Janeiro bei einer gemütlichen Jause. Hinunter zum Urca ging es mit der Bahn und da wir keinen Ticketschalter fanden, durften wir sogar gratis hinunter fahren. Vom Urca folgten wir dem gut ausgebauten Wanderweg zurück zur Talstation.
Bis auf die ungefähr 5 Meter lange Schlüsselstelle ist der Normalweg auf den Zuckerhut eher ein anspruchsvoller Wanderweg. Den kurzen Abschnitt im dritten Schwierigkeitsgrad sollte man dennoch nicht unterschätzen. Zurecht findet man in der auflegerischen Passage einige Chalkspuren. Der Weg auf den Urca hingegen ist ein gut ausgebauter Weg den jeder der Stiegen steigen kann hinauf kommt. Empfehlen kann ich definitiv beide Wege. Es ist wirklich beeindruckend, dass man zwar mitten in der Stadt ist, aber dennoch nur Wald, Tiere und Meer sieht. Egal wie man hinauf kommt, den Blick vom Zuckerhut auf die Stadt darf man sich nicht entgehen lassen.
Samstag, 13. Oktober 2018
Weißseeferner
An einem so sonnig-milden Herbsttag gibt es doch nichts besseres als in eine schattig-kalte Nordwand einzusteigen. Was Melanie und ich vorher nicht wussten war, dass uns vom Kaunertaler Gletschers-Schigebiet ordentlich eingeheizt werden würde. Zufällig war nämlich heute das 33. Kaunertal-Opening und es wuselten Unmengen an Menschen mit viel zu großem Gewand im frisch eröffneten Snowpark. Von den vielen Menschen bekamen wir bald nicht mehr viel mit als wir ein paar Schritte von der Piste weg waren. Die Musik beschallte jedoch das ganze Kar. Eine Nordwand mit Hintergrundgedudel, so etwas hattet ich auch noch nicht erlebt. Die Bedingungen in der Nordwand der Weißseespitze waren heute nicht ganz leicht. In der kurzen Steilstufe im unteren Wandbereich musste man die Eisgeräte und Steigeisen schon ordentlich in das harte Blankeis hineinschlagen um Halt zu finden. Danach wurde es wieder flacher, doch wir kamen im schneebedeckten Blockgelände nur mühsam voran. Leider waren wir gesundheitlich noch immer nicht topfit und so entschieden wir uns zu Beginn des oberen Steilabschnittes dafür umzukehren.
Auch bergab stellte ich mich mit den Steigeisen am grobschottrigen, schneebedeckten Untergrund nicht allzu geschickt an. Aber Übung macht den Meister und es wurde mit der Zeit besser. Die kurze Steilstufe kamen wir auch gut hinab und so standen wir bald wieder mitten im Menschenhaufen und gönnten uns noch den ersten Glühwein der Saison.
Die Weißseespitze Nordwand ist im Herbst höchst wahrscheinlich etwas anspruchsvoller als im Frühjahr. Im Blankeis ist das vorankommen doch ein bisschen schwieriger als in angenehmen Trittfirn. Außerdem erwartet einen im Herbst ein kurzer kombinierter Abschnitt im oberen Teil, der im Frühjahr vermutlich unter der Schneedecke ist. Eine schöne Tour dürfte es aber auch um diese Jahreszeit sein.
Auch bergab stellte ich mich mit den Steigeisen am grobschottrigen, schneebedeckten Untergrund nicht allzu geschickt an. Aber Übung macht den Meister und es wurde mit der Zeit besser. Die kurze Steilstufe kamen wir auch gut hinab und so standen wir bald wieder mitten im Menschenhaufen und gönnten uns noch den ersten Glühwein der Saison.
Die Weißseespitze Nordwand ist im Herbst höchst wahrscheinlich etwas anspruchsvoller als im Frühjahr. Im Blankeis ist das vorankommen doch ein bisschen schwieriger als in angenehmen Trittfirn. Außerdem erwartet einen im Herbst ein kurzer kombinierter Abschnitt im oberen Teil, der im Frühjahr vermutlich unter der Schneedecke ist. Eine schöne Tour dürfte es aber auch um diese Jahreszeit sein.
Samstag, 6. Oktober 2018
Kraxengrat
Auch heute war ein herrlicher Herbsttag aber leider waren wir auch heute nicht ganz fit. Also stand eine gemütliche Gratkraxelei am Programm bei Melanie und mir. Vom Jägerwirt in Scheffau ging es in wunderbarer Herbststimmung vorbei an den Wegscheidalmen ins Schneekar. Obwohl wir gefühlt unendlich langsam waren, brauchten wir bis zum Einstieg gar nicht so viel länger als im Topo angegeben. Kurz vor uns stieg gerade eine Seilschaft in den Kraxengrat ein und weiter oben waren noch mehr Seilschaften zu sehen. Scheinbar ist das eine beliebte Tour, wobei heute generell sehr viel los war in den Wänden des Schneekars. Wir ließen uns noch etwas Zeit und verspeisten noch einen Apfel bevor wir einstiegen. Am gekürzten laufenden Seil kraxelten wir den Kraxengrat hinauf. Trotz der Trödelei am Einstieg hatten wir die erste Seilschaft bald überholt und nach ein paar anregenden Metern im herrlichen Fels am schönen Grat liefen wir auf die zweite Seilschaft auf. Dort war das Gelände nicht so optimal zum Überholen, daher mussten wir ein wenig hinterher kraxeln. Bald wurde der Grat aber wieder leichter und schon waren wir vorbei. Etwas weiter oben erwartete uns die Schlüsselstelle. Mit einem Kamin als Schlüsselstelle in einer Grattour hatte ich zwar nicht unbedingt gerechnet, eine willkommene Abwechslung war es trotzdem. Danach wurde es wieder deutlich gratiger und deutlich leichter. Ein paar nette, luftige Gratpassagen weiter liefen wir noch einer Seilschaft auf. Die Beiden waren auch eher flott unterwegs und so überholten wir erst ganz am Ende und kamen gleichzeitig am Ausstieg an. Wir suchten uns ein sonniges, windschattiges Plätzchen und genossen die herrliche Herbstsonne bei Tee und Jause.
Der Abstieg war zwar nicht schwierig, aber auch nicht ganz kurz. Speziell heute kam er uns nicht enden wollend vor. Hin und wieder schaffte es die traumhafte Herbstlandschaft uns abzulenken, aber im Großen und Ganzen war ich sehr froh, als wir beim Auto ankamen.
Der Kraxengrat auf die Kopfkraxen ist ein sehr beliebter, netter Gratanstieg mit immer wieder schönen und teils auch ein wenig ausgesetzten Gratpassagen in großteils kompaktem Fels und viel leichtem Gelände zwischendurch. Abgesichert ist er für einen Grat sehr gut, insbesondere in den schwierigeren Stellen sind immer wieder Bohrhaken zu finden. Auch der eine oder andere Orientierungbohrhaken glänzte mir gelegentlich entgegen, was die Wegfindung relativ einfach machte. Insgesamt ist die Tour durchaus empfehlenswert.
Der Abstieg war zwar nicht schwierig, aber auch nicht ganz kurz. Speziell heute kam er uns nicht enden wollend vor. Hin und wieder schaffte es die traumhafte Herbstlandschaft uns abzulenken, aber im Großen und Ganzen war ich sehr froh, als wir beim Auto ankamen.
Der Kraxengrat auf die Kopfkraxen ist ein sehr beliebter, netter Gratanstieg mit immer wieder schönen und teils auch ein wenig ausgesetzten Gratpassagen in großteils kompaktem Fels und viel leichtem Gelände zwischendurch. Abgesichert ist er für einen Grat sehr gut, insbesondere in den schwierigeren Stellen sind immer wieder Bohrhaken zu finden. Auch der eine oder andere Orientierungbohrhaken glänzte mir gelegentlich entgegen, was die Wegfindung relativ einfach machte. Insgesamt ist die Tour durchaus empfehlenswert.
Labels:
Bergsteigen
Standort:
Unnamed Road, 6351, Austria
Sonntag, 30. September 2018
Hohe Fürleg
Da ich heute leider nicht allzu fit war, nutzten wir das traumhafte Herbstwetter für eine gemütliche Runde. Über die Mautstraße war die Auffahrt zur Hinterhornalm gar nicht anstrengend und von dort hatten wir bereits einen schönen Ausblick auf das Inntal. In der angenehm wärmenden Herbstsonne ließ es sich gut aushalten und wir stiegen gemütlich den Südhang in Richtung Hundskopf auf. Beim Hundskopf gingen wir nordseitig vorbei und ließen den größten Trubel hinter uns. Ganz einsam war aber auch der Weiterweg nicht, heute war einfach ein viel zu schönes Wanderwetter um nicht in den Bergen zu sein. Auf dem Weg zur Walderkampspitze wurden wir sogar noch zu Passivsportlern. Von hier heroben ließ sich die Rad-WM nämlich hervorragend beobachten. Ob unsere Anfeuerungsrufe bis ins Tal vordrangen, bin ich mir aber nicht ganz sicher. Zumindest hörten wir die Tröten aus dem Tal bis herauf. Auf der Walderkampspitze teilten wir uns einen Apfel mit einer Bergdole, ehe wir uns für den Weiterweg zur Hohen Fürleg entschieden. Die leichte Kraxelei am Grat machte richtig Spaß und bei der Hohen Fürleg angekommen wurden wir sogar mit einem gemütlichen Sonnenbankerl belohnt.
Da mussten wir glatt noch mal die Sonne genießen. Auch der Rückweg war sehr kurzweilig und so standen wir bald vor dem kurzen Gipfelaufbau des Hundskopfes. Am Rückweg ließen wir uns das dritte Gipfelkreuz des Tages nicht entgehen und machten noch eine dritte Sonnentank-Gipfelpause. So schnell der Abstieg zum Hundskopf mir auch vorgekommen war, der restliche Abstieg über den Wanderweg zurück zur Hinterhornalm zog sich noch mal ein wenig.
Der Aufstieg von der Hinterhornalm zum Hundskopf ist zurecht sehr beliebt. Kurzer Aufstieg, von Anfang an sehr aussichtsreich und ein netter, kurzer Klettersteig auf den Gipfel. Wer noch ein wenig mehr machen will und trittsicher unterwegs ist, dem kann ich den Weiterweg über die Walderkampspitze zur Hohen Fürleg sehr empfehlen. Dort findet man noch einiges an netter, abwechslungsreicher Gratkraxelei in aussichtsreicher und etwas einsamerer Landschaft.
Da mussten wir glatt noch mal die Sonne genießen. Auch der Rückweg war sehr kurzweilig und so standen wir bald vor dem kurzen Gipfelaufbau des Hundskopfes. Am Rückweg ließen wir uns das dritte Gipfelkreuz des Tages nicht entgehen und machten noch eine dritte Sonnentank-Gipfelpause. So schnell der Abstieg zum Hundskopf mir auch vorgekommen war, der restliche Abstieg über den Wanderweg zurück zur Hinterhornalm zog sich noch mal ein wenig.
Der Aufstieg von der Hinterhornalm zum Hundskopf ist zurecht sehr beliebt. Kurzer Aufstieg, von Anfang an sehr aussichtsreich und ein netter, kurzer Klettersteig auf den Gipfel. Wer noch ein wenig mehr machen will und trittsicher unterwegs ist, dem kann ich den Weiterweg über die Walderkampspitze zur Hohen Fürleg sehr empfehlen. Dort findet man noch einiges an netter, abwechslungsreicher Gratkraxelei in aussichtsreicher und etwas einsamerer Landschaft.
Samstag, 15. September 2018
Mittelbergferner
Dass heute der erste Tag war an dem der Schibetrieb wieder losging, wurde Melanie und mir erst klar, als wir mitten in Unmengen an Schifahrern auf die erste Fahrt des Pitztaler Gletscherexpresses warteten. Am verwunderlichsten dabei war, dass erstaunlich viele Schweizer unter den Schifahrern waren. Ich hätte eigentlich vermutet, dass das Pitztal nicht gerade das näheste Gletscherschigebiet ist. Scheinbar lohnt es sich aber selbst bei so langer Anreise, die eine Piste die am Gletscher schon präpariert war hinunter zu wedeln. Meine Hauptaufmerksamkeit in dem Schifahrerhaufen lag jedenfalls darauf, niemand mit den Eisgeräten aufzuspießen. Überraschender Weise war ich damit tatsächlich erfolgreich. In dem Gedränge war gelegentlich doch der Wunsch da, darauf weniger zu achten. Bei der Bergstation ließen wir bald die Menschenmassen hinter uns und gingen Richtung Mittelbergjoch. Eine bestechende Tagesform hatten wir leider nicht, daher beratschlagten wir am Joch den Schlachtplan für heute noch mal. Schlussendlich entschieden wir uns dafür, uns eine schöne Gletscherspalte zum Eisklettern zu suchen. Also stiegen wir wieder über den Mittelbergferner hinab. Die Gletscherbäche hatten ganze Arbeit geleistet und teils beeindruckend schöne Eisschluchten gegraben.
Allzu spaltig war es hier offensichtlich nicht, da wirklich viel Wasser oberflächlich abfloss. Eigentlich waren wir auf der Suche nach der Pitztaler Eisarena. Sie zu finden war uns aber nicht vergönnt und so vergnügten wir uns nach einem ausgedehnten Gletscherspaziergang in einer netten Spalte in der Nähe des Weges zur Braunschweigerhütte. Beim Rückweg zum Gletscherexpress konnten wir vermuten, wo die Eisarena gewesen wäre. Allzu einladend wirkte sie aber um diese Jahreszeit nicht gerade. Vielleicht täuschte das aber auch aus der Entfernung.
Auch wenn die Gegend direkt um die Bergstation des Gletscherexpresses sehr trostlos nach Baustelle aussieht, so ist man doch bald in schöner Gletscherlandschaft und kann gut und einfach zugänglich Gletschererfahrung sammeln.
Allzu spaltig war es hier offensichtlich nicht, da wirklich viel Wasser oberflächlich abfloss. Eigentlich waren wir auf der Suche nach der Pitztaler Eisarena. Sie zu finden war uns aber nicht vergönnt und so vergnügten wir uns nach einem ausgedehnten Gletscherspaziergang in einer netten Spalte in der Nähe des Weges zur Braunschweigerhütte. Beim Rückweg zum Gletscherexpress konnten wir vermuten, wo die Eisarena gewesen wäre. Allzu einladend wirkte sie aber um diese Jahreszeit nicht gerade. Vielleicht täuschte das aber auch aus der Entfernung.
Auch wenn die Gegend direkt um die Bergstation des Gletscherexpresses sehr trostlos nach Baustelle aussieht, so ist man doch bald in schöner Gletscherlandschaft und kann gut und einfach zugänglich Gletschererfahrung sammeln.
Sonntag, 2. September 2018
Müllerhütte
Dieses Wochenende stand mal wieder ein bisschen Höhenluft schnuppern am Plan. Ins Stubaital fuhren Melanie und ich am Samstag und parkten bei der Bushaltestelle Sulzenauhütte knapp über der Grabaalm. Dort wurden wir von leichtem Regen begrüßt, der uns auf dem Weg zur Sulzenauhütte noch eine Zeit lang begleitete. Wirklich viel Regen war es aber nicht, da hatten unsere Regenjacken kein Problem damit uns trocken zu halten. Mit dem schweren Rucksäcken waren wir zwar nicht gerade schnell unterwegs, auf dem Lübecker Weg tauchten wir aber in einen guten Bewegungsfluss und kamen der Schneegrenze immer näher. Die 20 cm Neuschnee von der letzten Nacht schufen einen landschaftlich beeindruckenden Kontrast. Im verschneiten Blockgelände wurde das gehen etwas mühsamer, weshalb wir bald auf den Gletscher wechselten. Die Sicht war zwar nicht gerade gut, am orographisch rechten Rand des Gletschers konnten wir aber problemlos in die Lübecker Scharte finden. Kurz unterhalb der Scharte machten wir im Windschatten noch mal Tee und Jausen-Pause. Wirklich windig war es aber angenehmer Weise auch am Grat nicht. Der Neuschnee jedoch machte den Teils recht ausgesetzten Grat etwas unangenehm rutschig. Da war es uns sehr recht, dass er immer wieder mit Stahlseilen versichert war. Langsam kamen wir voran, viel langsamer als ich es mir gedacht hätte. Als wir auf den Grat zum Wilden Freiger trafen, entschieden wir uns dafür, über den Gipfel zur Müllerhütte abzusteigen, da ich in der gegebenen Situation den Weg als sicherer und schneller einschätzte im Vergleich zu dem vermeindlich kürzeren Direktabstieg über Grat und Gletscher nach unten. Am Gipfel des Wilden Freiger telefonierten wir kurz mit der Müllerhütte, um bescheid zu geben, dass wir uns ordentlich verspäten werden. Ob die Entscheidung über den Gipfel zu gehen die richtige war, da bin ich mir im nachhinein nicht mehr so sicher. Auch der Abstieg über den Signalgipfel und den Grat in Richtung Becherhaus zog sich noch mal ordentlich. Sobald es sich anbot, wechselten wir vom Grat auf den Gletscher und machten schneller Höhenmeter abwärts. Nach einer kleinen Extrarunde im Spaltengewirr waren wir froh als wir endlich die roten Stempen fanden, die uns zur Müllerhütte führten. Mühsam schnaufte ich den letzten Anstieg zur Müllerhütte hinauf und war froh, dass Melanie sogar noch so fit war um mich am Seil ein wenig mit hinauf zu ziehen. Auf der Hütte wurden wir herzlich begrüßt von den Wirtsleuten, dem Hüttenhund und den beiden anderen Bergsteigern, die auf der Hütte nächtigten und bekamen trotz der späten Stunde in der gemütlichen, warmen Stube noch ein unvorstellbar leckeres dreigängiges 5-Sterne Menü gezaubert.
Das Frühstück am nächsten Morgen schmeckte ebenfalls köstlich und so verließen wir die absolut sympatische Müllerhütte gut gestärkt. Da mein Körper vom Vortag spürbar müde war und das Wetter deutlich schlechter war als angesagt, entschieden wir uns für den einfachsten und kürzesten Abstieg zum Auto. Über den Signalgipfel und die Seescharte wollten wir zurück zur Sulzenauhütte und ins Tal. Hinauf zum Signalgipfel nahmen wir diesmal den unteren Teil des Grates auch mit und kamen zwar nicht besonders schnell aber problemlos hinauf zum Signalgipfel. Dort seilten wir im Windschatten des verfallenen Zollhauses an und stapften den Gletscher entlang der rot markierten Stempen abwärts. Davon, dass es heute Vormittag eigentlich sonnig hätte sein sollen, bemerkten wir nichts. Im Graupelschauer hangelten wir uns von Stempen zu Stempen bis wir schließlich keinen nächsten Stempen mehr erspähten. Wir suchten die ganze Gletscherhochfläche unterhalb des letzten Stempens ab bis wir das ersehnte Nadelöhr fanden, den Einstieg in den Grat der uns zur Seescharte führen sollte. Ab jetzt waren wir wieder auf Spur und obwohl wir den unter Schnee versteckten Abstiegsweg immer wieder mal verloren, kamen wir im Grunde gut abwärts. Das schneebedeckte Blockgelände ließ uns aber nur mühsam und langsam voran kommen. Dafür wurden wir mit dem einen oder anderen Wolkenfenster belohnt. Nach der Seescharte wurde der Schnee immer weniger und der Weg war immer deutlicher zu erkennen. Auch die Landschaft wurde immer beeindruckender und wir machten oberhalb des Grünausees noch eine atemberaubend aussichtsreiche Jausenpause. Die saftig grünen sonnenbeschienenen Wiesen, der schwarze Fels, die angezuckerten Bergspitzen und eine Nebelhexe die aus dem Tal herauf zog. An einem derart schönen Anblick durfte ich mich erst selten erfreuen. Der restliche Abstieg war zwar nur mehr formsache, aber lang war er trotzdem noch. Da waren die müden Gelenke heilfroh, als sie im Autositz entlastet wurden.
Auch wennn nicht alles wie geplant gelaufen ist war diese Tour doch jeden einzelnen blauen Fleck durch Abrutscher im schneebedeckten Blockgelände wert. Dennoch hat sie mir mal wieder gezeigt, dass das Wetter und die Bedingungen einem ganz schnell einen Strich durch die Rechnung ziehen können. Selbst ein mit Stempen markierter Gletscherpfad kann bei dichtem Nebel schwer zu finden sein. Eines der Highlights der Tour war jedenfalls die Müllerhütte. Nicht nur die gemütliche Hütte und die freundlichen Wirtsleute, sondern auch das köstliche Essen haben voll und ganz überzeugt - definitiv empfehlenswert.
Das Frühstück am nächsten Morgen schmeckte ebenfalls köstlich und so verließen wir die absolut sympatische Müllerhütte gut gestärkt. Da mein Körper vom Vortag spürbar müde war und das Wetter deutlich schlechter war als angesagt, entschieden wir uns für den einfachsten und kürzesten Abstieg zum Auto. Über den Signalgipfel und die Seescharte wollten wir zurück zur Sulzenauhütte und ins Tal. Hinauf zum Signalgipfel nahmen wir diesmal den unteren Teil des Grates auch mit und kamen zwar nicht besonders schnell aber problemlos hinauf zum Signalgipfel. Dort seilten wir im Windschatten des verfallenen Zollhauses an und stapften den Gletscher entlang der rot markierten Stempen abwärts. Davon, dass es heute Vormittag eigentlich sonnig hätte sein sollen, bemerkten wir nichts. Im Graupelschauer hangelten wir uns von Stempen zu Stempen bis wir schließlich keinen nächsten Stempen mehr erspähten. Wir suchten die ganze Gletscherhochfläche unterhalb des letzten Stempens ab bis wir das ersehnte Nadelöhr fanden, den Einstieg in den Grat der uns zur Seescharte führen sollte. Ab jetzt waren wir wieder auf Spur und obwohl wir den unter Schnee versteckten Abstiegsweg immer wieder mal verloren, kamen wir im Grunde gut abwärts. Das schneebedeckte Blockgelände ließ uns aber nur mühsam und langsam voran kommen. Dafür wurden wir mit dem einen oder anderen Wolkenfenster belohnt. Nach der Seescharte wurde der Schnee immer weniger und der Weg war immer deutlicher zu erkennen. Auch die Landschaft wurde immer beeindruckender und wir machten oberhalb des Grünausees noch eine atemberaubend aussichtsreiche Jausenpause. Die saftig grünen sonnenbeschienenen Wiesen, der schwarze Fels, die angezuckerten Bergspitzen und eine Nebelhexe die aus dem Tal herauf zog. An einem derart schönen Anblick durfte ich mich erst selten erfreuen. Der restliche Abstieg war zwar nur mehr formsache, aber lang war er trotzdem noch. Da waren die müden Gelenke heilfroh, als sie im Autositz entlastet wurden.
Auch wennn nicht alles wie geplant gelaufen ist war diese Tour doch jeden einzelnen blauen Fleck durch Abrutscher im schneebedeckten Blockgelände wert. Dennoch hat sie mir mal wieder gezeigt, dass das Wetter und die Bedingungen einem ganz schnell einen Strich durch die Rechnung ziehen können. Selbst ein mit Stempen markierter Gletscherpfad kann bei dichtem Nebel schwer zu finden sein. Eines der Highlights der Tour war jedenfalls die Müllerhütte. Nicht nur die gemütliche Hütte und die freundlichen Wirtsleute, sondern auch das köstliche Essen haben voll und ganz überzeugt - definitiv empfehlenswert.
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